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Pflanzen im Kindergarten sammeln, pressen, beschreiben

Herbarium Pflanzen im Kindergarten kennenlernen: sammeln, pressen und beschreiben

2026-04-28 17:50:00 / Kaufberater & Blog Blog / Kommentare 0

Ein Herbarium hilft Kindern, Pflanzen im Kindergarten bewusst wahrzunehmen. Blätter, Blüten und Samen werden gesammelt, gepresst, aufgeklebt und mit einfachen Angaben beschrieben. So entsteht ein eigenes Pflanzenalbum, das Naturbeobachtung, Sprache, Feinmotorik und erstes Forschen miteinander verbindet.

Für Gartenprojekte in der Kita ist ein Herbarium besonders geeignet. Kinder entdecken Pflanzen nicht nur im Vorbeigehen, sondern schauen genauer hin: Welche Form hat das Blatt? Welche Farbe hat die Blüte? Wo wurde die Pflanze gefunden? Wann wurde sie gesammelt? Solche Fragen machen Naturpädagogik konkret und alltagsnah.

Was ist ein Herbarium?

Ein Herbarium ist eine Sammlung getrockneter und gepresster Pflanzen oder Pflanzenteile. Dazu gehören zum Beispiel Blätter, Blüten, Gräser, Samen oder kleine Pflanzenteile, wie Stile oder dünne Wurzeln. Ein Herbarbogen verbindet die gepresste Pflanze mit Informationen wie Pflanzenname, Fundort, Funddatum und Name des sammelnden Kindes. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort „herba“ für Kraut oder Pflanze ab.

Im Kindergarten muss ein Herbarium nicht wissenschaftlich vollständig sein. Es reicht, wenn Kinder Pflanzen aufmerksam betrachten, sammeln, trocknen und mit einfachen Angaben dokumentieren. Dadurch entsteht ein kindgerechtes Pflanzenbuch, das später wieder angeschaut, ergänzt und verglichen werden kann.

Gartenprojekte Kita Herbarium erstellen

Ein einfacher Herbarbogen kann folgende Angaben enthalten:

  • Name der Pflanze
  • Name des Kindes oder Sammlers
  • Fundort
  • Funddatum
  • Farbe der Blüte oder Form des Blattes
  • kurze Kinderbeobachtung

Für Vorschulkinder kann zusätzlich ergänzt werden, ob es sich um Blatt, Blüte, Samen oder Frucht handelt. Jüngere Kinder können statt Schrift auch Symbole, Farben oder kleine Zeichnungen verwenden.

Warum ein Herbarium im Kindergarten pädagogisch wertvoll ist

Ein Herbarium unterstützt Kinder dabei, Pflanzen bewusst kennenzulernen. Viele Pflanzen im Garten, auf der Wiese oder am Wegrand werden im Alltag kaum beachtet. Beim Sammeln und Pressen verändert sich der Blick: Kinder suchen Formen, vergleichen Größen, entdecken Blattadern, riechen an Kräutern und beobachten Unterschiede zwischen Blüten, Blättern und Samen.

Dabei entstehen wichtige Sinneserfahrungen. Kinder fühlen glatte, raue, weiche oder feste Pflanzenteile. Sie sehen Farbtöne, Muster und Strukturen. Sie erleben, dass frische Pflanzen welken können und durch Pressen haltbar gemacht werden.

Auch Sprache wird gefördert. Begriffe wie Stängel, Blatt, Blüte, Samen, Wurzel, Fundort oder Funddatum bekommen Bedeutung, weil Kinder sie im eigenen Tun erleben. Fachbegriffe sollten kurz erklärt werden: Der Fundort ist der Platz, an dem die Pflanze gefunden wurde. Das Funddatum ist der Tag, an dem sie gesammelt wurde. Der Name des Sammlers zeigt, welches Kind die Pflanze entdeckt hat.

Kinder Pflanzen entdecken Naturpädagogik

Für Erzieherinnen bietet ein Herbarium gute Beobachtungsmöglichkeiten. Manche Kinder vergleichen sehr genau, andere erzählen ausführlich, wieder andere arbeiten besonders sorgfältig beim Pressen oder Kleben. So wird ein Gartenprojekt nicht nur naturkundlich, sondern auch sprachlich, motorisch und sozial bedeutsam.

Pflanzen sammeln im Kindergarten: Was Kinder beachten sollten

Beim Sammeln von Pflanzen ist ein achtsamer Umgang mit der Natur wichtig. Kinder sollten nicht wahllos Pflanzen ausreißen. Für ein Herbarium reichen kleine Pflanzenteile aus: ein einzelnes Blatt, eine abgefallene Blüte, ein Grashalm oder ein Samenstand. Wurzeln bleiben möglichst im Boden, damit Pflanzen weiterwachsen können.

Besonders geeignet sind häufig vorkommende Pflanzen aus dem Kita-Garten, von einer Wiese, aus dem Park oder vom Wegrand. Für den Einstieg bieten sich robuste und gut erkennbare Pflanzen an, zum Beispiel Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee, Ahornblätter, Buchenblätter oder Kastanienblätter. Das BMEL-Herbarium für Kinder empfiehlt die Zeit vom Frühjahr bis in den Herbst, weil Laubbäume in dieser Zeit Blätter tragen und sich Blattformen gut sammeln lassen.1

Nicht jede Pflanze darf gesammelt werden. Geschützte Pflanzen, giftige Pflanzen oder unbekannte Pflanzen sollten nicht gepflückt werden. Bei Herbarium-Projekten solltet ihr die Kinder vorab auf gefährliche oder giftige Pflanzen hingweisen.2

Für den Kita-Alltag eignet sich eine einfache Sammelregel: Erst zeigen, dann pflücken. Nur Pflanzen sammeln, die von einer Fachkraft freigegeben wurden. Keine Beeren, Pilze oder unbekannten Pflanzenteile in den Mund nehmen. Nach dem Sammeln werden die Hände gewaschen.

Pflanzenpresse, Blumenpresse und Blätterpresse: So gelingt das Pressen
Pflanzen pressen

Nach dem Sammeln sollten Pflanzen möglichst zeitnah gepresst werden. Frische Pflanzenteile welken schnell, bekommen Druckstellen oder verlieren ihre Form. Eine Pflanzenpresse, Blumenpresse oder Blätterpresse hilft, Blätter und Blüten flach zu trocknen. Dabei werden die Pflanzenteile zwischen saugfähiges Papier gelegt und gleichmäßig beschwert.

Eine Blumenpresse für Kita-Projekte eignet sich besonders gut, weil Kinder den Pressvorgang nachvollziehen können. Sie sehen, wie die Pflanze eingelegt wird, warum sie flach liegen muss und weshalb Geduld nötig ist. Eine Blumenpresse konserviert durch gleichmäßigen Druck empfindliche Pflanzenteile, während eingelegtes Papier die Feuchtigkeit aufnimmt. 

Beim Pressen sollten Pflanzenteile nicht übereinanderliegen. Blätter werden möglichst glatt ausgebreitet. Blüten können vorsichtig geöffnet werden, damit ihre Form später erkennbar bleibt. Dicke Blüten oder sehr fleischige Pflanzenteile trocknen langsamer und eignen sich für den Kindergarten nur bedingt. Für den Anfang sind dünne Blätter, kleine Blüten und Gräser leichter zu handhaben.

Der Pressvorgang braucht Zeit. Kinder können regelmäßig nachsehen, ob die Pflanzen trockener geworden sind. Dabei entsteht ein natürlicher Anlass, über Geduld, Veränderung und Vergänglichkeit zu sprechen. Das Herbarium wird nicht an einem Tag fertig. Genau darin liegt ein pädagogischer Wert: Naturbeobachtung braucht Aufmerksamkeit und Zeit.

Herbarium-Seiten gestalten: Fundort, Name und Funddatum

Nach dem Pressen werden die getrockneten Pflanzen vorsichtig auf einen Herbarbogen gelegt. Die Gestaltung sollte übersichtlich bleiben, damit Pflanze und Informationen gut erkennbar sind. Für Kindergartenkinder reicht eine einfache Vorlage mit wenigen Feldern.

Ein kindgerechter Herbarbogen kann so aufgebaut sein:

Name der Pflanze:
Zum Beispiel Löwenzahn, Gänseblümchen, Ahorn oder Klee.

Name des Kindes / Sammlers:
Das Kind erlebt dadurch: Diese Pflanze wurde selbst entdeckt und dokumentiert.

Fundort:
Zum Beispiel Kita-Garten, Wiese am Spielplatz, Parkweg oder Beet vor der Gruppe.

Funddatum:
Das Datum hilft, Pflanzenfunde zeitlich einzuordnen.

Das fällt auf:
Hier kann stehen: gelbe Blüte, rundes Blatt, lange Stängel, weiche Oberfläche oder viele kleine Samen.

Für die Gestaltung eignen sich helle, stabile Bögen. Weißes Tonpapier für Herbarium-Seiten bietet einen ruhigen Hintergrund, auf dem Blätter und Blüten gut sichtbar sind. Kinder können zusätzlich kleine Zeichnungen ergänzen, etwa die ganze Pflanze, den Fundort oder ein Insekt, das in der Nähe gesehen wurde.

Jüngere Kinder können diktieren, was auf den Bogen geschrieben wird. Vorschulkinder können einzelne Wörter nachspuren, Anfangsbuchstaben suchen oder den eigenen Namen ergänzen. So verbindet das Herbarium Naturpädagogik mit früher Schriftkultur.

Kita-Gartenprojekte: Pflanzen entdecken, beobachten und beschreiben

Ein Herbarium passt gut zu Gartenprojekten in der Kita. Kinder können über mehrere Wochen beobachten, wie Pflanzen wachsen, blühen, Samen bilden oder verwelken. Dadurch entsteht ein Verständnis für Kreisläufe in der Natur.

Ein einfacher Projektablauf kann so aussehen:

  1. Pflanzen im Kita-Garten oder Außengelände suchen
  2. Blätter, Blüten oder Samen gemeinsam betrachten
  3. geeignete Pflanzenteile auswählen
  4. Fundort und Funddatum notieren
  5. Pflanzenteile pressen
  6. Herbarbogen gestalten
  7. fertige Seiten gemeinsam anschauen und vergleichen

Solche Projekte lassen sich mit Pflanzaktionen verbinden. In hängenden Blumentöpfen für Kindergruppen können Kräuter, Blumen oder kleine Pflanzen heranwachsen, die regelmäßig beobachtet werden. Kinder sehen dann nicht nur einzelne gepresste Pflanzenteile, sondern erleben den Weg von der Pflanze zur Blüte und später vielleicht zum Samen.

Auch Samen lassen sich kindgerecht erklären. Ein Samen ist der Teil einer Pflanze, aus dem eine neue Pflanze wachsen kann. Manche Samen fliegen, manche kleben, manche liegen in Früchten. Im Herbarium können Samen in kleinen Papiertütchen gesammelt oder als Zeichnung ergänzt werden, wenn sie zu klein oder empfindlich sind.

Naturpädagogik mit Pflanzen: Blüten, Blätter und Samen einfach erklärt

Naturpädagogik bedeutet, Natur nicht nur zu erklären, sondern durch eigenes Erleben zugänglich zu machen. Ein Herbarium ist dafür besonders geeignet, weil Kinder Pflanzen sehen, fühlen, sammeln, ordnen und beschreiben. Aus einem Spaziergang wird ein Forschungsprojekt.

Blätter können nach Form sortiert werden: rund, spitz, gezackt, lang oder herzförmig. Blüten können nach Farben geordnet werden. Samen können verglichen werden: groß, klein, leicht, schwer, glatt oder stachelig. Solche einfachen Kategorien helfen Kindern, genau hinzuschauen.

Pflanzenbestimmung sollte im Kindergarten nicht zu abstrakt werden. Es reicht, wenn Kinder einige häufige Pflanzen sicher wiedererkennen. Ein Herbarium mit fünf bis zehn Pflanzen ist für viele Gruppen sinnvoller als eine große Sammlung, die unübersichtlich wird. Entscheidend ist, dass jedes Kind beteiligt ist und die Pflanzenfunde wirklich besprochen werden.

Für längere Projekte kann ein kleines Gewächshaus eingebunden werden. Ein Gewächshausregal mit Hülle ermöglicht Beobachtungen zu Keimung, Wachstum und Pflege. Kinder erleben, dass Pflanzen Licht, Wasser, Erde und Zeit brauchen. Gepresste Blätter im Herbarium und lebende Pflanzen im Gartenprojekt ergänzen sich dadurch gut.

Was beim Herbarium im Kindergarten zu beachten ist

Ein Herbarium-Projekt braucht klare Regeln und eine gute Vorbereitung. Vor dem Sammeln sollte festgelegt werden, welche Pflanzen erlaubt sind. Unbekannte, giftige oder geschützte Pflanzen bleiben stehen. Bei Ausflügen in Park, Wald oder Wiese gelten die Regeln des jeweiligen Ortes. In Naturschutzgebieten wird grundsätzlich nichts gesammelt.

Auch Hygiene ist wichtig. Pflanzen können Erde, Pollen oder kleine Insekten enthalten. Nach dem Sammeln werden Hände gewaschen. Kinder mit starken Allergien oder empfindlicher Haut brauchen besondere Aufmerksamkeit. Bei Unsicherheiten sollte die Pflanze fotografiert statt gesammelt werden.

Für die Dokumentation im Kindergarten sollten echte Fundorte genutzt werden, aber nicht zu detailliert sein, wenn das Herbarium später öffentlich ausgestellt wird. „Kita-Garten“, „Wiese am Spielplatz“ oder „Park beim Kindergarten“ reicht meist aus. Der Name des Kindes kann auf dem Herbarbogen stehen, wenn die Sammlung intern bleibt. Bei Ausstellung oder Veröffentlichung gelten die Datenschutzregeln der Einrichtung.

Die Pflanzen sollten vollständig trocken sein, bevor sie dauerhaft aufgeklebt oder in Hüllen gelegt werden. Feuchte Pflanzenteile können schimmeln. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle während der Presszeit sinnvoll.

Ausstattung für Herbarium und Pflanzenprojekte

Für ein Herbarium im Kindergarten braucht es keine große Ausstattung. Eine Blumenpresse, helle Papierbögen, Stifte, Klebestreifen oder Papierstreifen und ein Ordner reichen für den Einstieg aus. Ergänzend können Blumentöpfe oder ein Gewächshausregal eingesetzt werden, wenn das Projekt mit Gartenarbeit verbunden wird.

Die Blumenpresse unterstützt das Sammeln, Pressen und Bewahren von Blättern und Blüten. Weißes Tonpapier eignet sich als Grundlage für Herbarbögen. Hängende Blumentöpfe oder ein Gewächshausregal erweitern das Projekt um lebende Pflanzen, die über mehrere Wochen beobachtet werden können.

Wichtig bleibt der pädagogische Rahmen. Die Materialien ersetzen nicht das Entdecken. Sie schaffen Bedingungen, unter denen Kinder Pflanzen aufmerksam wahrnehmen, Fragen stellen, vergleichen und eigene Naturerfahrungen dokumentieren können.

FAQ: Häufige Fragen zu Herbarium Pflanzen im Kindergarten kennenlernen

Ein Herbarium ist ein Pflanzenalbum mit getrockneten und gepressten Pflanzenteilen. Kinder sammeln zum Beispiel Blätter, Blüten oder Samen, pressen sie und kleben sie auf eine Seite. Dazu werden einfache Informationen wie Pflanzenname, Fundort, Funddatum und Name des Kindes notiert.

Geeignet sind häufige und ungefährliche Pflanzen aus dem Kita-Garten, von der Wiese oder aus dem Park. Dazu gehören zum Beispiel Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee, Gräser oder Blätter von Ahorn und Buche. Geschützte, giftige oder unbekannte Pflanzen sollten nicht gesammelt werden.

Blätter und Blüten werden möglichst frisch zwischen saugfähiges Papier gelegt und mit gleichmäßigem Druck gepresst. Eine Blumenpresse erleichtert das, weil die Pflanzenteile flach liegen und Feuchtigkeit aufgenommen wird. Nach einigen Tagen oder Wochen können die getrockneten Pflanzen vorsichtig auf einen Herbarbogen geklebt werden.

Auf einen einfachen Herbarbogen gehören Pflanzenname, Name des Kindes oder Sammlers, Fundort und Funddatum. Ergänzend können Farbe, Blattform, Blüte, Samen oder eine kurze Kinderbeobachtung notiert werden. Für jüngere Kinder können Symbole oder Zeichnungen die Schrift ergänzen.

Ein Herbarium fördert genaues Beobachten, Sprache, Feinmotorik und Naturverständnis. Kinder lernen Pflanzen nicht abstrakt, sondern durch Sammeln, Pressen, Vergleichen und Beschreiben kennen. Gleichzeitig üben sie Sorgfalt, Geduld und den achtsamen Umgang mit Natur.

Ein kleines Herbarium kann über mehrere Wochen entstehen. Das Sammeln und Gestalten einzelner Seiten geht schnell, das Pressen und Trocknen braucht jedoch Zeit. Besonders sinnvoll ist ein Projektzeitraum vom Frühjahr bis Herbst, weil dann viele Blätter, Blüten und Samen gefunden werden können.

Nein, nicht überall dürfen Pflanzen gesammelt werden. In Naturschutzgebieten, bei geschützten Pflanzen und bei unbekannten oder giftigen Arten sollte nichts gepflückt werden. Für Kindergartenprojekte eignen sich freigegebene Pflanzen aus dem Kita-Garten, häufige Wiesenpflanzen oder bereits abgefallene Blätter.

Kinder können Pflanzen erst aussäen, beim Wachsen beobachten und später Blätter, Blüten oder Samen dokumentieren. So entsteht ein Zusammenhang zwischen lebender Pflanze und gepresstem Pflanzenfund. Blumentöpfe, Beete oder ein kleines Gewächshaus machen diese Entwicklung im Kita-Alltag gut sichtbar.

Bildhinweis:

Die Illustrationen in diesem Beitrag wurden redaktionell mit KI-Unterstützung erstellt, unter anderem mit ChatGPT/OpenAI und Google Gemini. Sie dienen der Veranschaulichung und zeigen keine realen Personen oder konkreten Kita-Situationen.